Mit Axt und Stahlrohr – Enttäuschter Spieler zerlegt Tipico-Wettbüro

Toto Sportwetten Dumm gelaufen ist eine Wette für Monirou A. aus Hamburg. Denn statt eines hohen Gewinns gab es für den Zocker vor einigen Tagen vor Gericht eine Strafe in Höhe von 3.600 Euro. Der Auslöser für diesen Prozess liegt dabei bereits einige Jahre zurück. Im Jahre 2012 hatte der gebürtige Togolese in einem Wettbüro des Wettanbieters Tipico in der Hamburger Adenauerallee (St. Georg) die Ergebnisse der südamerikanischen Fußball-Liga seiner Meinung nach richtig getippt. Dafür wurden ihm dann auch 100.000 Euro auf seinem Kundenkonto gutgeschrieben.

Doch von dem Geld hat Monirou A. bis heute keinen einzigen Cent gesehen. Kurz nach der Buchung nämlich sperrte der Wettanbieter das Kundenkonto und erklärte, dass es sich bei dem vermeintlichen Gewinn um eine ‚Fehlbuchung‘ gehandelt habe. Dies jedoch wollte der Zocker nicht hinnehmen und versuchte, mit Hilfe von Anwälten an den vermeintlichen Gewinn zu kommen. Dies aber sollte ihm nicht gelingen, da das maltesische Wettunternehmen seine Forderung eiskalt abblockte.

Was dann passierte, darf man wohl als Kurzschlusshandlung umschreiben. Der Togolese griff im April 2014 zu Axt und Stahlrohr und suchte das Wettbüro ein weiteres Mal heim. Dieses Mal jedoch nicht zum Wetten und so glich der Ort Minuten später einem Schlachtfeld. Gleich 33 Bildschirme und Spielautomaten gingen zu Bruch. Überall im Raum verteilt lagen Glasscherben. „Ich war sehr verzweifelt“, begründete Monirou A. seine Tat. Durch seine Selbstjustiz hatte er sich erhofft, dass sich die Polizei mit dem Fall beschäftigen würde.

Wohl auch weil Tipico sich in dem Fall nicht sonderlich gut verhalten hat, folgte die Richterin nicht dem Strafmaß der Staatanwaltschaft, die sieben Monate auf Bewährung für den Zocker gefordert hatte, sondern beließ es bei den 3.600 Euro Strafe wegen Nötigung. Denn auch während des Gerichtsverfahrens blieb unklar, ob es sich wirklich um einen Buchungsfehler gehandelt hatte. „Tipico hat nebulös geantwortet. Die haben sich nicht mit Ruhm bekleckert“, erklärte hierzu die Richterin.

Dementsprechend forderte die Richterin zum Abschluss des Verfahrens den Wettanbieter auch auf, im Sinne des Rechtfriedens zu belegen, dass es sich wirklich um einen Buchungsfehler gehandelt habe. Denn genau dies „ist dem Angeklagten nie vernünftig nachgewiesen worden“.

Knapp daneben ist auch vorbei

Ähnlich unglücklich dürfte sich auch ein Rheinländer am 21. Februar 2017 gefühlt haben. Der Mann hatte zwei Euro auf die beiden Champions League-Paarungen des Abends gesetzt. 2:4 war seine Voraussage für das Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und Atlético Madrid. Mit 4:3 sollte die Partie zwischen Manchester City und dem AS Monaco enden. Dies hätte ihm dann 34.200 Euro eingebracht.

Und es wurde dann auch ein torreicher Abend, bei dem es in der BayArena exakt zum dem vorhergesagten 2:4 kam. Auch im zweiten Spiel lief es lange nach den Vorstellungen des Rheinländers. 4:3 stand es bis zur 82. Minute und der Traumgewinn war in greifbare Nähe gerückt. Doch dann kam der deutsche Nationalspieler Leroy Sané, der mit seinem Treffer zum 5:3 einem verrückten Spiel das i-Tüpfelchen aufsetzte. Für den Zocker dürfte es ein trauriger Abschluss des Spieltages gewesen sein. Wie er seine Enttäuschung verarbeitet hat, ist nicht bekannt.

Mit Tipico zum Erfolg

Tipico gilt als einer der größten und erfolgreichsten Sportwettenanbieter im deutschsprachigen Bereich und ist in diesem Bereich nicht mehr wegzudenken. Auch als Sponsor ist Tipico auch außerhalb Deutschlands immer öfter zu sehen. Was macht Tipico so besonders? Denn auch wenn wir zunächst über einige unglückliche Fälle berichteten, so sind doch die meisten Mitspieler hochzufrieden. Einfache Bedienung, hohe Spielauswahl sowie gute Quoten bringen viele Wettfreunde zum maltesischen Unternehmen, das mittlerweile rund 6.000 Mitarbeiter aus 33 Nationen beschäftigt. Allein in Deutschland gibt es 1.100 Annahmestellen, die über ein Franchise-System betrieben werden.

Gewinn von 34.125,92 Euro abgesahnt

Mehr Glück als die Zocker aus den anfänglichen Geschichten hatte zum Beispiel ein Wettfreund aus Bremen, der am 9. September 2017 den Ausgang der an diesem Tag stattfindenden Bundesligapartien korrekt voraussagte. Gerade einmal zehn Euro setzte er kurz nach Anstoß der Partien, die Quote für Siege des FSV Mainz 05, des FC Augsburg, von Eintracht Frankfurt und die TSG 1899 Hoffenheim sowie Unentschieden bei den Spielen des SC Freiburg gegen Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg gegen Hannover 96 lag bei 3.412.

Doch an diesem Tag sollte der Bremer Glück haben, die Spiele endeten wie vorhergesagt. Somit räumte er exakt 34.125,92 Euro ab und verbreitete sein Glück über die sozialen Netzwerke. Tipico als Anbieter bestätigte später die Echtheit dieses Mega-Gewinns.

Das Wunder von Barcelona machte auch einen Deutschen Reich

Eine noch bessere Quote erzielte ein Mann aus Schleswig-Holstein. Dieser kam nach dem Debakel des FC Barcelona bei Paris Saint-Germain auf Idee, auf ein Weiterkommen des FC Barcelona zu setzen. 6:1 lautete dessen Tipp für das Rückspiel. Dieses Ergebnis kombinierte er dann noch mit einem 5:1-Sieg des FC Bayern München bei Arsenal London sowie einem 3:1-Erfolg von Real Madrid beim SSC Neapel. Diese Kombination bot ein Wettanbieter mit einer Traumquote von 63.000 zu 1 an.

Lange Zeit sah es so aus, als wenn der 55-Jährige seinen Tippschein hätte vernichten können. Doch in der Schlussphase der Partie drehten die Spanier auf und schafften es als ersten Team der Champions League-Geschichte, eine 0:4-Hinspielniederlage in ein Weiterkommen umzuwandeln. Zwei Tore von Neymar (88. und 90.+1) sowie der späte Treffer von Sergi Roberto (90.+5) stellten das Camp Nou auf den Kopf und dürften auch in Schleswig-Holstein im Haus des Wettfreundes für eine stürmische Nacht gesorgt haben. Denn für seinen Einsatz in Höhe von 1,58 Euro bekam er nun exakt 99.540 Euro zurück. Da bleibt nur, dem glücklichen Gewinner zu gratulieren und eine schöne Zeit zu wünschen.

Meisterwette lohnt sich im diesen Jahr nicht

Wer selbst einmal sein Glück versuchen möchte, muss nicht unbedingt auf den Ausgang einzelner Spiele setzen. Stattdessen kann zum Beispiel der Ausgang der Bundesligasaison gewettet werden. Wobei dies in dieser Spielzeit bereits wieder so eindeutig ist, dass sich die Quote einfach nicht lohnt. Bei weniger als 1,1 steht die Wette auf den FC Bayern München und wer sonst käme als Meister in Frage. Auch auf den 1. FC Köln als Absteiger zu setzen, bringt kein Geld.

Interessanter ist da schon die Vergabe der Champions League-Plätze. Für Borussia Mönchengladbach steht bei Tipico eine 2,80 zu Buche oder für den FC Schalke 04 eine 2,0. Oder vielleicht steigt der Hamburger SV am Ende der Saison nun doch erstmals ab (2,75) oder erwischt es noch den SV Werder Bremen (4,25). Eine interessante Langzeitwette dürfte auf jeden Fall den Spannungsbogen unter Bundesligafans erhöhen.

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