Von der Copa Del Rey bis zum DFB Pokal – Europas Pokalwettbewerbe im Vergleich

DFBDFB-Pokal, FA Cup, Coppa Italien oder Copa del Rey: Das Highlight der Fußballfans in Europa und weltweit sind unter anderem ihre Pokalwettbewerbe. Hier kristallisieren sich Rekordsieger und Titelträger heraus, zu denen oftmals Überraschungssieger und arrivierte Teams gehören, die das fußballerische Weltgeschehen entscheidend mitbestimmen.

Der deutsche DFB-Pokal und seine Titelträger

Der aktuelle Titelträger des DFB-Pokals 2017 ist Borussia Dortmund, wenn auch der FC Bayern München zu den Rekordsiegern seit 1935 gehört. Die Geschichte des DFB-Pokals führt auf das Jahr 1943 zurück, als das Turnier noch den Titel ‚Taschammerpokal‘ trug. Dieser Pokal wird jedes Jahr von dem Deutschen Fußball-Bund ausgetragen und ist hinter der eigentlichen Meisterschaft der zweitwichtigste Titel im Land. In einer ersten Hauptrunde stehen sich jeweils 18 Vereine der Bundesliga und der zweiten Bundesliga gegenüber. Die ersten vier Teams aus der dritten Liga, aus der Vorsaison haben sich ebenso qualifiziert. Hinzu kommen 24 weitere Teams aus den unteren Ligen. Dazu gehören unter anderem die jeweiligen Verbandspokalsieger. Der DFB lost alle Konstellationen aus.

Dabei möchten die Organisatoren gerade den Amateurmannschaften sehr attraktive Gegner aus der oberen Liga zulosen. Das ist ein Grund, warum zwei getrennte Losblätter vorliegen, das eine für die Profimannschaft und das andere für die Amateure. So geht jeder Amateurmannschaft auf Nummer sicher, einen Bundesligist zugelost zu bekommen. Ein attraktives Extra ist das Heimrecht der Nicht-Bundesligisten, die gegen die Profimannschaften antreten.

Bei diesem Pokalwettbewerb gilt das KO-System, so dass nach der regulären Spielzeit die Verlängerung oder das Elfmeterschießen folgen. Seit 1985 veranstaltet der DFB-Pokal das Finale im Olympiastadion in Berlin. Der DFB-Pokalsieger erhält ein Preisgeld in Höhe von 2,5 Millionen Euro, aber auch für den Verlierer im Endspiel lohnt es sich, denn diese Mannschaft erhält zwei Millionen Euro.

FA Cup in England

Der aktuelle Titelträger des FA Cup ist der FC Arsenal, der mit insgesamt 13 Siegen zum Rekord-Titelträger avanciert. Hinter der Abkürzung steht der Football Association Challenge Cup und damit der größte der Pokalwettbewerb in England. Neben der Premier League ist das einer der wichtigsten Wettkämpfe. Auch hier nehmen Teams aus allen Ligen teil, die einmal die Gelegenheit haben, gegen die absoluten Topteams anzutreten.

Der Anfang geht auf die Saison 1871/72 zurück. Das macht den Weltcup zu einem der ältesten Wettbewerbe, den es im Fußball gibt. Eine Rekordzahl an Teilnehmern erreichte England in der Saison 2011/12 mit insgesamt 763 Mannschaften. Am Ende steht eine prestigeträchtige Trophäe, die den absoluten Sieger ausruft. Auch hier werden die jeweiligen Konstellationen ausgelost. Keine der Mannschaften gilt als gesetzt. Im Gegensatz zum DFB-Pokal losen die Organisatoren hier auch die Heimspielerechte aus.

Kommt es zu einem Unentschieden in einem Rundenspiel, entscheidet das Rückspiel, das dann eventuell mit Elfmeterschießen und Verlängerung endet. Der Ort für das Endspiel ist das Wembley-Stadion in London. Dieser Wettkampf startet im August mit so genannten Vorbereitungsrunden für die Mannschaften, die nicht Teil der Profiliga sind. Eine Maßgabe für die Teilnahme ist ein gewisser Leistungsstandard, um sich angemessen auf dem Spielfeld zu zeigen.

Die Teams aus den höchsten Ligen lassen sich von einigen Runden freistellen. Demzufolge treffen die Teams aus der Liga 1 und der Liga 2 im November in der ersten Hauptrunde auf die Sieger der vierten Qualifikationsrunde. Am Ende der Saison im Mai ist Zeit für das Finale. Die Mannschaft, die den Titel mit nachhause nimmt, hat sich gleichzeitig für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.

Coppa Italia

In Italien heißt der nationale Pokalwettbewerb Coppa Italia. Dieser Pokal wurde zum ersten Mal 1923 ausgetragen und wird zwischen 78 Mannschaften im KO-System ausgespielt. Der aktuelle Titelträger ist Juventus Turin, der zugleich auch zu den Rekordsiegern mit insgesamt zwölf Siegen gehört. Seit dem Jahr 2017 nehmen 42 Teams aus der Serie B und A an diesem Wettbewerb teil. Italien hat sich dazu entschieden, die Teilnehmerzahl herunterzufahren, um sich auf die Clubs der drei höchsten Ligen zu konzentrieren: die Serie B und A sowie die Lega Pro. Das Finale findet in Olympiastadion in Rom statt.

In der ersten Phase der ersten Runde spielen 78 Teams in 18 Spielen. Nach den ersten vier Runden ist die erste Phase beendet. Dann folgt das Achtelfinale mit 16 Teams, das Viertel-, das Halbfinale und schlussendlich das Finale. Im letzten Endspiel 2017 standen sich Juventus Turin und Lazio Rom gegenüber, Juventus Turin konnte das Finale mit 2:0 für sich entscheiden.

Ein Titelgewinn, der dieser Mannschaft auch in den zwei Coppa Italia Turnieren vorab gelungen ist. Rekordspieler der Coppa Italia ist Guiseppe Bergomi und Rekordtorschütze Alessandro Altobelli mit insgesamt 56 Toren. In diesem Pokalwettkampf gelingt den erfolgreichen Teams die Qualifikation für die Europa League und für den italienischen Supercup. Am Finale und an der Siegerehrung nehmen Tausende Fußballfans teil und feiern ihren Gewinner. In Italien gibt es kaum einen prestigereicheren Wettkampf, als dieses Pokalturnier.

Copa del Rey

In der Übersetzung des Copa del Rey de Fútbol ist vom ‚Fußball Königspokal‘ die Rede. Daran nehmen die Vereinsmannschaften im spanischen Fußball jedes Jahr Teil und das schon seit 1903. Ausgehend vom RFEF Verband sind 83 Mannschaften beteiligt, die nach dem KO-System aufeinandertreffen. Der aktuelle Titelträger ist der FC Barcelona, der mit insgesamt 29 Siegen auch der Rekordsieger dieses Wettbewerbs ist. In Spanien spielen auch die Frauen um den Pokal, dieser heißt Copa de la Reina.

Im Prinzip dürfen alle Vereine aus den ersten beiden spanischen Ligen teilnehmen: die Primera und die Segunda Division. Hinzu kommen die Mannschaften der vierten und dritthöchsten Spielklasse ebenso wie die Meister der regionalen vierten Spielklassen. Die unterklassigen Vereine haben wie in Deutschland das Heimrecht der Spiele, so dass gerade in der ersten Runde immer nur ein Spiel stattfindet.

Erst ab dem Sechzehntel-Finale bis hin zum Halbfinale tragen die Mannschaften gegeneinander ein Hinspiel und ein Rückspiel aus. Einige der Pokale sind in den Besitz der Vereinsmannschaften übergegangen, wie zum Beispiel der zweite Pokal 1916, der im Besitz von Athletic Bilbao blieb.

Coupe de France

Unter den Fußballmannschaften der unterschiedlichen Vereine ist der französische Fußballpokal der Wettbewerb des Jahres, der unter der Hand des Landesverbands FFF ausgespielt wird. Zum ersten Mal fand dieser Pokal 1917 statt. Es war Henri Delaunay – der diesen Wettkampf ins Leben gerufen hatte. Eine Orientierung sahen die Organisatoren im englischen Fußballpokal. Heute gehört dieser Wettkampf zu einem der ersten Wettbewerbe, der verbandsübergreifend im ganzen Land ausgestrahlt wird. Die aktuellen Titelträger und Rekordsieger ist die Mannschaft von Paris Saint-Germain mit insgesamt elf Titeln. Die Sieger qualifizieren sich für den französischen Supercup und die UEFA Europa League.

Der Pokal wird im KO-System ausgetragen: Pro Runde findet immer nur ein Spiel statt. Am Ende muss ein Sieger feststehen, wenn auch durch Verlängerung und Elfmeterschießen. In den ersten sechs Runden treten die Regionalverbände gegeneinander an, denen werden spezielle Qualifikationen zugeteilt. Auf regionaler Ebene in den ersten Runden besteht die Möglichkeit, die Paarungen auszulosen oder zu setzen. Bei den folgenden Vorentscheidungsphasen gelten die geographischen Gesichtspunkte als Orientierung.

Was macht den Reiz der Pokalwettkämpfe aus?

Eines haben wohl alle Pokalwettbewerbe landesweit gemeinsam: Es ist eine Möglichkeit, die Teams aus unterschiedlichen Ligen zusammenzubringen. Gerade für die regionalen Mannschaften in den nicht-professionellen Bereichen ist es eine einzigartige Erfahrung, in ihrem Stadion und auf ihrem Rasen einen der Profis zu begrüßen.

Hier ergeben sich viele Überraschungssieger, Stars, Aufsteiger und auch nicht-professionelle Mannschaften haben die Chance, ihre talentierten Spieler in den Fokus zu rücken. Das ist wohl ein Grund, warum sich die Pokalwettkämpfe in den jeweiligen Ländern eines enorm hohen Zuspruchs erfreuen. So ähneln die Spiele in einzelnen Städten einem Feiertag, wenn die Profimannschaft einläuft, um ein spannendes Spiel zu liefern.

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