Unions Saison ohne Favoriten – Gelingt nun der Aufstieg?

1. FC union Berlin2016/17 war eine schwierige Saison für alle Teams in der zweiten Bundesliga. Mit Hannover 96 und dem VfB Stuttgart kamen zwei überaus ambitionierte Klubs aus der Beletage des deutschen Fußballs nach unten und machten der Konkurrenz das Leben schwer. Am Ende stiegen sie recht klar wieder auf. Eintracht Braunschweig und Union Berlin schauten hingegen in die Röhre. Wie läuft es in der kommenden Saison?

Kein klarer Favorit in diesem Jahr

Das Gute für Eisern Union gleich vorneweg: In der kommenden Saison ist ein klarer Favorit recht schwer auszumachen. Aus der ersten Liga stiegen die klar unterlegenen SV Darmstadt 98 und FC Ingolstadt 04 ab, während die dritte Liga keine neuen finanziell aufgepumpten Teilnehmer wie Rasenballsport Leipzig vor einigen Jahren produzierte. Somit bietet sich erst einmal ein recht ebenes Feld an Mannschaften, aus dem keiner heraussticht.

Union Berlin ist nicht umsonst mit einer Quote von 6.50 einer der Favoriten für die kommende Spielzeit (Stand 13. Juni). Unter Trainer Jens Keller war eine klare Aufwärtstendenz zu erkennen, die noch weit ins Jahr 2017 mit einem Aufstiegsrang widergespiegelt wurde. Während Ingolstadt und Darmstadt kleinere Umbrüche verkraften müssen, wird Union aller Voraussicht nach größtenteils ohne den Verlust von Leistungsträgern auskommen.

Blick auf den Transfermarkt

Lediglich ein einziger Abgang schmerzt in diesem Sommer. Der 25-jährige Kroate Roberto Puncec wurde in 28 von 36 möglichen Spielen von Keller eingesetzt und war mindestens ab Ende September ein wichtiger Bestandteil der Innenverteidigung der Hauptstädter. Doch ein auslaufender Vertrag und Zweifel an seiner Robustheit führten zu einer Trennung nach fünf Jahren im Verein.

Auch Benjamin Kessels Abschied ist ein wenig überraschend, wenn man sich seine starke erste Saison in Berlin (15/16) zu Gemüte führt. Doch ein Fußbruch kam ihm in der vergangenen Spielzeit in die Quere, sodass Kessel nicht mehr zu den gewohnten Spielanteilen kam – trotz aller Führungsqualitäten. Ansonsten verabschiedete man sich von den Ergänzungsspielern Emanuel Pogatetz, Benjamin Köhler, Raffael Korte, Adrian Nikci, Maximilian Thiel und Steve Kroll.

Für Ersatz im Fall Puncec wurde bereits frühzeitig gesorgt. Mit dem Ex-Freiburger Marc Torrejon kommt ein 31-jähriger, erfahrener Bundesliga-Akteur, der Unions Hintermannschaft gut tun sollte. Der Spanier spielte zuletzt drei Jahre im Breisgau und soll in Berlin „auf als auch neben dem Platz“ (Helmut Schulte) vorangehen.

Ein spannender Neuzugang ist zudem der junge Grischa Prömel, der vom Karlsruher SC nach deren Abstieg losgeeist wurde. Der 22-jährige erhielt einen Dreijahresvertrag und war einer der zentralen Spieler in der enttäuschenden KSC-Saison. Mit der U21-Nationalmannschaft des DFB nahm Mittelfeldspieler Prömel gar an den Olympischen Spielen 2016 in Rio teil. Dies unterstreicht sein außergewöhnliches Talent, das er nun in Berlin auf den Platz bringen muss. Im zentralen Mittelfeld besteht mit Stephan Fürstner, Kapitän Felix Kroos und Damir Kreilach durchaus eine hohe Konkurrenz.

Wer soll sonst noch kommen?

Beim Blick auf die Gerüchte rund um Union wird schnell klar, dass vor allem noch ein Innenverteidiger gesucht wird. Vom talentierten Marin Pongracic (1860), über Greuther Fürths Marcel Franke bis hin zu einem weiteren etablierten Freiburger, Georg Niedermeier, wird über alle gesprochen. Zeit bleibt noch reichlich, um Nägel mit Köpfen zu machen: Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet. Ob Union im nächsten August dann für die erste Bundesliga plant?

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