Der Fußball und seine Fanartikel – von Do It Yourself zum Millionengeschäft

FC Bayern MünchenMan sieht sie überall. Unabhängig von Tages- oder Jahreszeit tummeln sie sich auf der Straße, in der U-Bahn, tagsüber im Büro, abends im Club – und natürlich im Stadion: Die Rede ist von Fußballfans!

Den typischen Fußballfan erkennt man meistens daran, dass er das Trikot seiner Lieblingsmannschaft trägt und der Welt damit zeigt, für wen sein Herz schlägt. Ob Mann, Frau oder Kind, heute ist es ein ganz normal, mit Trikot, T-Shirt, Schal oder der Fan-Kutte ins Stadion zu gehen oder durch die Straßen zu ziehen. Man kauft sich seine Lieblingsteile entweder direkt im Fanshop, im Stadion – oder ganz bequem im Internet.

Doch wann entwickelte sich eigentlich der Kult im Fußball Fanartikel? Seit wann werden Trikots, Shirts und Co. im großen Stil hergestellt und vermarktet? Wer hat damit angefangen? Und welche Auswirkungen hat das auf den Fußballsport? All das möchten wir im folgenden Artikel unter die Lupe nehmen:

Wie alles begann: Oma und die Strickliesel

Die Geschichte der Fanartikel beginnt im Vergleich zur Fußball-Historie relativ spät. Bis in die 1960er Jahre wurden die Tribünen im Stadion dominiert von Männern mit dunklen Hüten und langen Trenchcoats – keine Spur von Fußballtrikots, Fan-Schals oder ähnlichem.

Im Jahr 1963 gründete der Deutsche Fußball Bund die 1. Fußball-Bundesliga und beförderte den Fußball spätestens damit auf ein professionelles Level. Der Sport begeisterte viele neue Menschen, die Aufmerksamkeit der Medien stieg – und so langsam entwickelte sich auch der Wunsch bei den Zuschauern, ihre Liebe zum Verein offen zeigen zu können. Den Anfang machte man mit selbstgestrickten Schals in den Vereinsfarben, wofür sich viele Männer bei ihren Frauen, Müttern oder Omas bedanken durften.

Anfang der 1970er Jahre produzierten einige Vereine eigene Schals und T-Shirts, jedoch nur in kleinen Stückzahlen und meist nur auf Anfrage. Kommerzielle Absichten verfolgte damals noch keiner …

Fanartikel und Kommerz: Danke, lieber FC Bayern!

1965 stieg der FC Bayern München in die Bundesliga auf. Drei Jahre später feierte das Team seine erste Deutsche Meisterschaft im Profifußball und etablierte sich auch auf europäischer Ebene. Die geschäftstüchtigen Bosse an der Säbener Straße erkannten: Da draußen, im Stadion und auf den Straßen, da gibt es Menschen, die würden Geld bezahlen, um unsere Farben tragen zu können!

Es ist nicht belegt, doch man kann davon ausgehen, dass der FC Bayern München als erster Verein in Deutschland Fanartikel im großen Stil produzierte und damit eine wichtige Einnahmequelle generierte. Die anderen Profivereine zogen natürlich nach – und plötzlich konnte sich Oma am Wochenende wieder der Gartenarbeit widmen, da ihr Enkel keine selbstgestrickten Schals mehr wollte, sondern sich das T-Shirt und die Mütze seines Clubs kaufte.

Man darf also weiterhin vom FC Bayern halten, was man will – aber dabei sollte man immer bedenken, dass man ohne seine Dienste heute vielleicht nicht im schicken Trikot seines Lieblingsvereins durch die Stadt laufen würde.

Wärmflaschen und Kondome: Fanartikel heute

Heute hat jener der FC Bayern über 500 Fanartikel im Sortiment. Und die Bandbreite der Artikel scheint keine Grenzen zu kennen – es wird immer größer und absurder: So gibt es zum Beispiel einen Hochdruckreiniger vom VfB Stuttgart, Kondome mit dem Logo des FC St. Pauli oder die Werder Bremen-Wärmflasche für erkältete Fußballfans. Neben Fernsehgeldern und Transfereinnahmen sind die Merchandise-Erlöse heute ein unverzichtbarer Wirtschaftszweig für jeden Profiverein. Ein Beispiel gefällig? Nach dem Wechsel von Cristiano Ronaldo zu Real Madrid drehten die Fans völlig durch und kauften bis heute über 1,2 Millionen Trikots von CR7. Insgesamt sind dadurch schon über 100 Millionen Euro in die Kassen der Madrilenen geflossen – und die Ablösesumme (94 Mio. Euro) wurde komplett refinanziert.

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