Der BVB nach dem Klopp-Beben – Europa ist noch möglich und Tuchel im Anflug

Borussia DortmundDer 15. April 2015 ist gerade eine Woche her – und hat dennoch seinen Platz in der BVB-Historie sicher. Mehr noch, erschütterte der Rücktritt von Jürgen Klopp ganz Fußball-Europa und beherrschte die Medien, wie es sonst nur bei Großereignissen wie WM oder Champions-League-Finale üblich ist.

Dortmund mit frischem Atem auf der Zielgeraden

Und nun also Thomas Tuchel. Im Nachhinein ergibt alles einen Sinn: Die Hängepartie um den gefragten Ex-Mainz-Coach, der sowohl bei RB Leipzig als auch beim HSV im Gespräch war, deutet an, dass sich der BVB rechtzeitig um Tuchel bemüht hat, als Klopps Rücktrittsgedanken intern klar wurden. Aus Sicht des künftigen BVB-Trainers war die Entscheidung vermutlich nicht allzu schwer: Borussia Dortmund hat sich in den letzten Jahren zur Weltmarke im Fußball entwickelt, besitzt eine ausgezeichnete Mannschaft und den finanziellen Spielraum für weitere Verstärkungen.

Doch noch ist Jürgen Klopp im Amt und wie schon vermutet, scheinen die klaren Verhältnisse neue Energien freigesetzt zu haben. Die Bundesliga-Partie nur wenige Tage nach der emotionalen Pressekonferenz wurde mit 3:0 gewonnen, selbst Dauer-Sorgekind Henrikh Mkhitaryan überzeugte auf ganzer Linie. Dementsprechend geht der BVB auch gegen Eintracht Frankfurt als Favorit ins Heimspiel: Bei den Wettanbietern im Internet gibt es eine Quote von 1.37 für einen Dortmunder Sieg und 8.00 für einen Sieg der Eintracht.

Klare Verhältnisse also, die nur von den Bayern übertroffen werden. Jürgen Klopps letzte Wochen als BVB-Trainer beginnen gut und könnten theoretisch noch mit dem Einzug ins DFB-Pokalfinale gekrönt werden – allerdings warten dort eben jene Bayern im Halbfinale. Die Borussia ist deswegen gut beraten, weiterhin einen Schritt nach dem anderen zu machen, da ein Sieg gegen Frankfurt ein großer Schritt in Richtung Europa League sein könnte.

Wohin geht es für Klopp am 1. Juli?

Jürgen Klopps Rücktrittsbegründung, dass sich viel ändern müsste, falls er bliebe, hat die Spekulationen rund um den Kader genährt. Von Unzufriedenheit und Neid ist stellenweise die Rede, von satten Spielern und solchen, die eine neue Herausforderung und womöglich auch ein neues Gehaltsniveau suchen. Letzteres dürfte Jürgen Klopp selbst gewiss sein, denn seine Ankündigung, kein Sabbatjahr einlegen zu wollen, wurde in Europa nicht überhört. Als künftige Arbeitgeber des Stuttgarters werden vor allem die finanzstarken Premier League Clubs gehandelt; Manchester City, aber auch der FC Liverpool oder womöglich Manchester United sind angeblich im Gespräch. Ein konkretes Angebot von West Ham United hat Klopp übrigens just abgelehnt.

Klopps Beschäftigungsverhältnis zur neuen Spielzeit ist in jedem Fall nur noch eine Frage des „wo?“. In seinen sieben Jahren beim BVB hat sich Klopp zu den heißesten Namen auf dem Trainermarkt entwickelt; sein Ruf wird alleine von Namen wie José Mourinho und Pep Guardiola übertroffen. Die Gerüchte um die Premier League könnten sich also durchaus bewahrheiten, denn auch von der Mentalität her passt Klopp dort besser hin als nach Südeuropa. Zunächst jedoch bereitet sich ganz Dortmund auf das Ende einer Ära vor, wie sie der Verein nie zuvor erlebt hat – und vielleicht auch nicht mehr so bald erleben wird.

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